Wenn ich groß bin möchte ich Blogger werden

Vor ziemlich genau 5 Jahren ging mein erster „Blogartikel“ online, naja wenn man ihn so nennen kann. Heute würde man es wohl eher Instagrampost nennen und selbst dafür hätte ich einfach zu wenig geschrieben. Er durfte aber im Blog stehen bleiben, unverändert! Ein wenig aus nostalgischen Gründen, vielleicht aber auch als Mahnmal (wer gerne schmunzeln mag bitte HIER klicken).

Von Blogspot zu WordPress

Damals war ich noch mit Blogspot unterwegs und viele der Artikel die ich geschrieben haben, waren nur Gewinnspiele, Probenähaufrufe und Post zu veröffentlichten E-Books (manche davon gibt es einfach nicht mehr). Sie waren alles nicht sehr sehenswert und fielen meinem aktuellen Putzwahn zum Opfer. Die Probenäheaufrufe sind ja nun nicht mehr aktuell und die Gewinnspiele auch nicht. Die E-Books haben schon vor einiger Zeit ihren eigenen Auftritt bekommen (Portfolio heißt hier das Zauberwort und ich bin höchst angetan von der Optik) und die Beiträge dazu waren im Grunde überflüssig. Das Jahr 2013 besteht so also aus genau einem Artikel, den ich die Tage überarbeiten werde, aufhübschen sozusagen. Denn das DIY zum Babyhalstuch ist nach wie vor aktuell und bekommt täglich viele Besucher, die es in Zukunft dort auch hübsch haben sollen.
So richtig los ging es erst im Jahr 2014, damals wechselte ich auch zu WordPress und fing an selber zu hosten. Das war ein guter Schritt, einer den ich bis heute nicht bereue. Damals gesellten sich unten den üblichen Posts, siehe oben, auch ein paar wertvolle die ich erhalten wollte. Gedanken über die heute noch schmunzeln muss, wie im Artikel #nichtschönaberwahr. Und Artikel die aus mehr als einem Bild bestanden.

Manch Entwicklung geschieht unbewusst

Man könnte sagen, dass sich meine Artikel doch ein wenig weiter entwickelt haben. Mittlerweile denke ich über einen Post tatsächlich nach und überlege mir im Vorfeld was ich euch eigentlich erzählen möchte. Alle Posts sollen einen gewissen Stil haben und ein einheitliches optisches Gesamtes ergeben. Man könnte fast meinen, dass ich jetzt wirklich ernsthaft blogge, obwohl dahinter nie ein richtiger Plan oder Konzept stand. Und dennoch wenn mich jemand fragt was ich so mache, auf die Idee zu sagen „hey ich bin Blogger“ komm ich nun wirklich nicht. Ganz im Gegenteil, mir ist es oft irgendwie unangenehm wenn im echten Leben jemand zu mir sagt „Mensch, ich hab deinen letzten Blogartikel gelesen“. Das sind die Momente in denen ich mir oft ein großes Loch wünsche, indem ich verschwinden kann.

Das finden echter Gesprächspartner

Diese Reaktion meinerseits ist vollkommen unangebracht, denn die wenigsten sagen dann „fand ich voll blöd, lass das besser sein“. Meist wird das Thema aufgegriffen und es entwickelt sich ein tolles Gespräch, eines welches niemals ohne Blog statt gefunden hätte, ein Gespräch weit weg vom üblichen Small Talk. Dadurch findet man Menschen, nicht nur Online sondern eben auch in seinem Umfeld, die ähnlich ticken wie man selber. Die ein tiefes Gespräch dem üblichen Müttergeplänkel vorziehen. Es ist tut gut solche Menschen zu finden, denn ich hab das übliche Geplänkel über, es langweilt mich und ich bin schlecht darin Langeweile zu ertragen und noch schlechter darin in meiner Mimik zu verbergen wie zutiefst genervt ich von manchen Gesprächen bin, was im Alter leider nicht besser wird. Und wenn mein Blog mich als jemand entlarvt, der gerne auch mal über Gott und die Welt sinniert und nicht nur über dessen Kinder darauf, dann hat er wohl plötzlich eine Bedeutung gefunden, mit der ich bei meinem ersten Artikel niemals gerechnet hätte.

Die Gedanken öfter kreisen lassen

Das sind auch die Momente in denen ich mich fragen, was wäre wohl wenn ich ein richtiger Blogger wäre? Also einer der wirklich seinen Gedanken viel öfter freien Lauf lassen würde und nicht nur das Genähte zeigt mit ein paar netten Worten. Mehr Artikel, bei denen es wirklich um etwas geht, die welche mir so richtig am Herzen liegen, wo das Herz vor Aufregung ein wenig schnell schlägt bei der Veröffentlichung, weil man nicht weiß wie die Reaktion sein wird. Natürlich ist da die erste Sorge, dass einem die Leser weglaufen. Aber gerade was die Sozialen Medien angeht, durfte ich in letzter Zeit immer häufiger die Erfahrung erleben, dass meine Follower gehen, wenn es ums Genähte geht. Das ist erschreckend und amüsant zu gleich. Den im Grunde sollte man von einem Nähblog doch genau dieses erwarten. Aber wenn selbst die Leser das Genähte über haben, für wen nähe ich dann eigentlich manche Dinge, die ich eigentlich gar nicht brauche und sie nur für den Blog erstelle?

Zuviel ist einfach jedem zuviel

Selber denke ich, dass die Leser dem vielen Nähen und der Ergebnisse dessen über sind. Niemand denkt den ganzen Tag nur ans nähen, außer man hat eben erst mit dem Hobby angefangen, dann träumt man vielleicht sogar nachts von. Mich selber strapaziert diese Dauerbeschallung mit Nähwerken, der Druck mindesten zwei Mal die Woche etwas Genähtes zu zeigen. Manche Nähblogger hauen gefühlt täglich neue Kleidungsstücke raus. Ganz ehrlich, kein Mensch braucht soviel Kleidung, also ich nicht. Und ich nähe nun eben doch schon seit ein paar Tagen. Ich bin da eher Minimalist und nähe, wenn ich etwas brauche. Im Grunde hätte ich dafür längst nicht genug Content für einen ganzen Blog und nur für Content zu nähen empfinde ich als üble Verschwendung. So bin ich nicht, da mach ich nicht mit. Das sind dann die Momente in denen ich immer in ein Schreibloch falle, weil ich gefühlt nichts zu zeigen haben.

Achtung Gedankenerguss

Das schöne an einem Blog ist, dass ein Artikel mit Inhalt nicht auch immer ein genähtes Teil enthalten muss. Und das ist etwas, was ich nicht direkt am Anfang erkannt habe, da ich wohl mit einem vollkommen falschen Hintergrund zu bloggen begann. Manche Geschichten und Gedanken leben ohne Bilder viel besser. Natürlich könnte ich jetzt zu jedem Artikel ein vollkommen zusammenhangloses Bild machen. Ich bin im Besitz eines Bettes, eines MacBooks und einer Kaffeetasse, wobei beide in Kombination bei mir leider schon schlechte Bekanntschaft machen mussten. Wollsocken hab ich auch noch irgendwo, ach ihr kennt die Bilder doch selber bestimmt zu Hauf. An dieser Stelle erspare ich euch diesen Schmarrn und daher werden meine Gedanken auch weiterhin ohne Bild zu euch kommen. Also immer wenn ihr  in Zukunft einen Blogartikel von mir ohne echtem Foto seht, wisst ihr „ACHTHUNG GEDANKENERGUSS“. Dann habt ihr die Chance schnell weg zu laufen oder zu lesen und vielleicht ein wenig mit zu diskutieren.
Herzlichst eure Manuela
||||| 0 Gefällt mir! |||||