#nichtschönaberwahr

Ja, wir alle wissen es #nähenisttoll und es ist auch allen bekannt #ilovemykids und am Liebsten zeigen wir das alles in #myperfecthome und sowieso scheint auf Blogs immer die Sonne und alles ist ganz wunderbar. Klar fragt sich jede Zweite: „Wie macht die das, die die da so rumblogt?“  Wir sehen perfekt weiße Wohnungen, saubere Kinder die in liebevoll aufgebauten Playmobilwelten spielen. Da ist nichts kaputt, kein Teil liegt ohne Grund auf dem Fußboden, alles ist einfach zauberhaft, elfengleich und irgendwie himmlisch schön. 

In aller Regel trifft mich immer der persönliche Schlag, wenn ich dann von der Traumwelt am PC ins eigene Wohnzimmer gucke. Ja, auch mir ist Ordnung wichtig und auch ich habe es gerne schön, allerdings wäre es gelogen zu sagen, hier sieht es immer wie geleckt aus. So, wie komme ich nun zu diesem Blogbeitrag, werdet ihr euch fragen. Neulich kam in unserer Probenähgruppe das Thema Mutter-Kind-Kur auf (ja wir Probenäher reden auch miteinander) und schnell war klar, wir Mütter von heut, wir muten uns einfach zu viel zu. 

Der Job, der Haushalt, die Kindererziehung all das soll möglichst perfekt sein. Nebenbei haben wir unser Hobby, das wir mit anderen Teilen und auch da wollen wir gerne glänzen. Stolz präsentieren wir unsere Werke und was wir alles geschafft haben. Aber mal Hand aufs Herz, was blieb alles liegen, oder musste mühevoll nachgearbeitet werden? 

Ja, auch meine Woche ist voll! Ich habe 3 Jungs, ein Haus, meinen Garten, meinen Job, der mir zwar viel Freude bereitet, aber auch viel von mir abverlangt. Ich habe längt anerkannt, dass ich nicht in allen Punkten perfekt sein kann. Ich versuche alles gut zu machen, aber perfekt bin ich nur noch in den Dingen, die mir wirklich Freude bereiten. 

Ich stehe dazu, #nähenisttoll ich mach es einfach gerne. Was ich nicht so gerne machen, ist hinterher sauber. Dazu muss ich mich immer zwingen und gelegentlich sieht mein Nähzimmer auch aus wie ein Schlachtfeld. Womöglich ist das einer der Gründe, warum ihr so selten Einblick dort bekommt. 

 

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Ebenso #ilovemykids, aber ganz ehrlich, manchmal, aber nur manchmal, da könnte ich an die Decke gehen. Z.B. wenn sie ihr Kinderzimmer in wenigen Sekunden zum Playmobil Schlachthof umwandeln. Dann bleibt kein Stein auf dem Anderen und das Aufräumen wird zum Glücksspiel. Oder wisst ihr, wie man diese Teile ohne Anleitung wieder zusammen baut? 

 

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Was mich weniger trifft, ist wohl #myperfecthome. Ja, wir halten Ordnung, so gut das mit 3 Jungs geht. Bei uns ist es sauber, aber steril sicher nicht. Ich räume jeden Tag auf, aber am Ende des Tages sieht man das kaum noch. Ganz nebenbei vergesse ich aber immer die Wäsche in der Waschküche und merke das erst, wenn wir nichts mehr anzuziehen haben. Eigentlich total dumm von mir, denn sie befindet sich direkt neben meinem Arbeitszimmer, in dem ich viel Zeit verbringe. Es wäre also nur ein Katzensprung, mal eben eine Fuhr anzustellen und nebenbei mal eben zu waschen… tja!

 

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Die Achillessehne unseres Hauses allerdings sind und bleiben die Fenster, insbesondere meine Terrassentür. Sie ist wohl die am meist getätschelte Tür im Haus. Die Reinigung würde mich evtl. 10-15 min kosten. Das wäre weniger Zeit, als mich dieser Blogbeitag gekostet hat, aber mal ehrlich, bloggen macht einfach mehr Spaß und hält auch länger! 

 

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Was ich euch damit sagen will? Nun ja, wenn ihr mal wieder meine sauberen Kinder in meinem hellen, sauberen Wohnzimmer spielen seht, seit euch im Klaren, ich musste vorher aufräumen. Und wenn mal wieder ein Blogbeitrag nach dem anderen mit tollen genähten Teilen auftaucht, keine Sorge ich hab nebenan die Wäsche mit Sicherheit vergessen. 

Und wenn sich alle Bilder draußen abspielen, dann seit euch gewiss, wir konnten das Chaos im Haus einfach nicht mehr ertragen und weil einfach alles zuviel war, haben wir einfach mal blau gemacht, haben uns in die Wiese gelegt, in den Himmel geguckt und die Wolken beobachtet. 

In diesem Sinne #daslebenistschön man muss nur in die richtige Richtung sehen! 

 

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25 Responses

  • Super schön geschrieben und es kommt mir gerade in Punkto Wäsche sehr bekannt vor.

    Viel Spass beim nähen <3 Freue mich schon auf weitere Werke und Blogeinträge von dir 🙂

  • Ein sehr schöner Beitrag der mir aus dem Herzen spricht!
    Ich denke das es vielen Nähtanten so geht!
    Mach weiter so, denn genau SO ist es richtig!
    Viele Grüße Steffi
    (Super geheimer Geheimtipp… Der Fenstereiniger von Karcher… Ratz Fatz Streifenfrei 🙂 )

  • Danke ♥♥♥
    Und soooo wahr… Ich geh dann man den Boden von Stoffen und Zubehör befreien, Fensterputzen mach ich irgendwann mal…

    Ganz liebe Grüße
    Evelyn

  • Danke, dieser Beitrag spricht mir ja so aus der Seele.
    Und Danke für den Einblick – denn so habe ich das Gefühl das es nicht nur mir alleine so geht.

  • Wir lagen heute morgen etwas länger im Bett, als die Nachbarin schon am rufen war……….aber ganz schnell hoch und die Kinderzimmer aufräumen.
    Wir haben uns angesehen…und haben nur gedacht …das steht uns heute auch noch bevor!
    Es ist doch überall das gleiche! Wir räumen auch ganz oft wenn wir endlich mal frei haben( egal ob Son oder Feiertag )auf. Irgendwie müsste der Tag 48 Stunden haben.
    Kerstin

  • sooo ehrliche Worte…DANKE dafür!!
    und ich dachte schon ich bin alleine auf der Welt mit all den vergessenen und liegengebliebenen Sachen einer fünfköpfigen Familie…
    lg nancy

  • Wie so vielen hier sprichst du auch mir aus der Seele! Hier Im Haushalt bleibt oft soviel liegen Das ich mich manchmal schon ermahnen muss: Erst die Arbeit, dann das Vergnügen.

    Aber es ist wie mit dem Haben-wollen-Gen, wenn man einen schönen Stoff sieht.. Der Kopf schreit Nein und der Verstand auch und das Herz denkt: Ich mach es trotzdem 😛

    In diesem Sinne, genieße heute das schöne Wetter! Unsere Wäsche bleibt heute noch auf dem Ständer hängen! Dafür gehen wir raus. Tragefotos von der neuen Hose machen 😉

  • Hallo,
    es hat mir viel Freude bereitet, deinen Beitrag zu lesen. Auch ohne dass ich einen Blog habe, konnte ich mich darin wiederfinden. Danke für diese Worte!
    LG Karo

  • ja das ist die bunte wahrheit hinter den „weißen“ bildern *lach*- wirklich humorvoll dein beitrag über das „hinter den kulissen“ liebste grüße maria

  • Vielen, vielen Dank für deine ehrlichen Worte. Du sprichst mir aus der Seele und ich finde es sehr schön, dass seit einiger Zeit immer mehr Blogger zugeben, dass bei ihnen eben nicht immer alles rund läuft und sie auch nur ganz normale Menschen mit ganz normalen Schwächen sind. Eben sympathisch unperfekt.
    LG
    Florentine

  • Der Text trifft es auch bei mir ganz genau, auch wenn sich bei mir eher mal das Geschirr stapelt statt der Wäsche! Sehr gut geschrieben!

  • Yeah, super Post, ich wollte sowas in der Art auch schon bloggen,
    ich habe 4 Kids und bei siehts nicht anders aus 😉
    …das mit der Wäsche nervt mich am meisten !
    Weitermachen, machste Super so !!!
    „auf die Schulter klopf“

  • Auch wenn der Beitrag schon etwas älter ist, ich hab ihn eben erst gelesen und es beruhigt ungemein, dass es bei anderen Mamas nicht anders ausschaut. Wir erwarten in wenigen Tagen unser zweites Kind und die letzten Tage bekomme ich gefühlt nix mehr auf die Reihe und grage mich, wie das nur werden soll, mit einem Neugeborenen und einem knapp 3jährigen Räuberkind. Aber man lebt ja schließlichund es muss nicht steril sein und vom Boden muss man auch nichtbuwingend essen können….es ist ja kein Museum oder Ausstellungsraum, dennoch wünscht man sich einfach mal etwas länger anhaltende Ordnung.
    Danke für deinen Beitrag und ein schönes Wochenende

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