#mfh oder Momjeans in real life

Es gibt Modetrends, an denen kommt man kaum vorbei, weil sie sich einfach so festsetzen, dass man einfach nichts anderes mehr bekommt. Selbst wenn man wollte, das Angebot ist einfach nicht mehr vorhanden.

Leider hat alles ein Ende

Die Skinnyjeans war so ein Ding zum Beispiel. Eine Zeit lang galt, wer etwas anderes trägt wirkt lächerlich. Hier muss ich zugeben, darüber war ich überaus dankbar und werde mich, ehe der Trend vollkommen verschluckt und aufgelöst wird, noch mit einigen Hosen eindecken müssen. Die kommende Durststrecke könnte für mich nämlich lange werden. Mir kam der Trend mit meinem nicht zum Rest passenden Storchenbeinen wirklich entgegen. Niemals waren die Hosen, wenn sie denn im Bund saßen, an den Beinen Skinny. No way! Aber sie saßen fast wie richtige echte Hosen, was man vom Rest der Schnitte nicht gerade bei mir sagen kann. Eine einfach gerade geschnittene Hose die meiner Bauchgröße 40 entgegen kommt, sitzt am Rest des Körpers eher, naja… kennt ihr noch diese Rapper von früher? So in etwa.

Das ist nun kein Phänomen welches bei mir erst seit Eintritt der Schwangerschaften vorhanden ist, nein ich hab schon mein Leben lang keine Taille, da war nie eine und womöglich wird dort auch nie eine sein. Die letzten Jahre hat mich das auch nicht belastet, ich hab fast vergessen, dass sowas wie eine Taille überhaupt sinnvoll ist. Die Hosen saßen im Bund tief, das war es wofür wir damals, als ich noch jung und knackig (wohlgemerkt bereits taillenlos) war gekämpft haben. Wir haben uns gegen diese furchtbaren Karottenschnitthosen gewährt, energisch. Nur sehr, sehr alte Frauen trugen sowas, Frauen um die 30 zum Beispiel. Es schien als hätten wir damals diese Modesünde (meine Rechtschreibprogramm schlägt mir hier Todsünde vor, auch überaus passend) besiegt. Aber wie sagt man so schön?

Tod geglaubte leben länger

In letzter Zeit tut sich aber ein ganz furchtbarer Trend unter Modeblogger auf. Erst dachte ich ja, die Mädels machen gar nicht ernst, das ist nur Spaß, die wollen uns auf die Schippe nehmen. Aus Spaß wurde aber ganz schnell doch ernst und jetzt sind sie da, die ersten Momjeans im Laden. Momjeans heißen sie jetzt, klingt besser als Karottenhose, sieht leider genauso verboten aus. Wenn man nach dem Warum fragt, bekommt man höchst seltsame Erklärungen, mit Emanzipation hätte es etwas zu tun, bequeme Sachen tragen und auf die Optik pfeifen. Gut das klingt jetzt wirklich nicht schlecht, leider hat die Sache einen gewaltigen Haken.

Momjeans sind, so taillenlos wie meiner einer durchs Leben streicht, gar nicht mal so bequem wie ihr Ruf. Meist sind sie nicht aus elastischen Stoffen und geben eben bei Bewegung (oder der Zufuhr von Nahrung) nicht nach. Schon mal versucht bei einer engen Mumjeans in die vordere Tasche zu kommen? Früher waren Dinge in der vorderen Tasche überhaupt erst liegend zu erreichen, anders kam man da gar nicht ran. Blöd wenn man sein Geld also dort verstaut hat und nach Fritten, Bratwurst und Eis leider nicht mehr dran kam. Außerdem schlafen einen bei zu engen Momjeans die Hüften ein, ja die Hüften. „Dann kauf dir eine die passt“ werden jetzt einige von euch rufen. Genau das ist ja mein Problem, denn Momjeans die nun an der Taille passen, passen mir taillenfremden Wesen leider wirklich NUR dort, der Rest steht unförmig ab und wartet auf Füllung. Wer will das schon? Mal Hand aufs Herz, wer fühlt sich wohl, wenn er gut 20 kg schwerer aussieht als er ohnehin schon ist? Also greift man zu der Größe, die gerade eben so oben zu geht, war immer schon so, wird wohl auch so bleiben. Spätestens da kommt es dann, das vollkommene Hauptproblem, dieses welches wir alle niemals mehr wieder sehen wollten. Doch das Grauen ist zurück!

Am Ende bleibt #mfh

Mädels wisst ihr was mit einer Momjeans passiert, wenn ihr so gut wie keine Taille habt? Jupp, sie rutscht dort hin hoch wo es am schmalsten ist, bis sie eine Stelle gefunden hat, welche einer Taille im Umfang nahe kommen könnte. Und was passiert mit einer Hose im Schritt, die so weit nach oben rutscht? Genau #mfh

Darüber lasse ich euch erstmal nachdenken.

Und wie steht ihr so zu Momjeans? Freut ihr euch schon auf diese neue Trendwelle oder sagt ihr euch „nööö, das lass ich mal lieber aus, ich hatte das schon“?

Erzählt doch mal!

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5 Responses

  • Großartig, vielen Dank für den erfrischenden Artikel, ich las ihn gerade in der Straßenbahn und musste sehr schmunzeln 🤗 Schon allein der Begriff „Karottenhose“ ruft mir ins Gedächtnis wie furchtbar ich die bereits mit 11 fand!
    Ich gehe dann mal Skinny-Jeans kaufen…
    LG von Katrin

    • Ich fürchte man muss wirklich in der Zeit gelebt haben, um zu verstehen wie schrecklich es ist, das dieser Trend wieder kommt. 🤣

  • Hier ists ähnlich. Ich gehöre auch zu dem Teil der Damenwelt die die meisten Schnittehersteller vergessen haben. Nur bleibe ich bei den low-waist-flare-legs, den Hippiehosen, deren große Zeit erst gekommen ist, wenn der Saum hinten in Fransen hängt. Beim letzten Rock den ich mir genäht habe stand dabei man solle den Schnitt nach der Hüftweite wählen. Wenn ich das mache fehlen mir am Bund so ca. 5 cm. Man muss den Schnitt nach dem größten Maß wählen und dann den Rest abändern.
    LG,
    Martina

  • Oh, Karottenhosen! Wie habe ich es gehasst, wenn meine Mama mir diese Teufelsdinger angezogen hat! 🤣
    Beim Ausräemen des Dachbodens habe ich übrigens gerade erst die alten Dinger wiedergefunden. Ich musste lachen! 😉

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