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Wir Kinder vom Dorf…

Stadtmensch oder Landei? Bei dieser Frage muss ich nicht lange überlegen, denn ich bin von Geburt an ein Dorfkind, liebe das Landleben und möchte diesen Zustand daher auf keinen Fall ändern. Es zieht mich wirklich nicht in die Stadt. Gerade jetzt wo die Kinder noch klein sind, ist die Vorstellung mit ihnen in der Stadt zu leben unmöglich.

Die Pfütze im Augenschein! B/W

Und wir sprechen hier nicht von Großstädten, nein bei mir fängt es schon bei ganz kleinen Städten an. Mit 3 Jungs in der Stadt einkaufen zu gehen stresst mich. Überall Autos, Leute die einen weiter drängen, ständig guckt man, ob man noch alle seine Schäfchen beisammen hat. Einfach mal abschalten und laufen lassen scheint unmöglich zu sein. Gut, vielleicht bin ich eine Glucke, dies möchte ich an dieser Stelle weder ausschließen noch bestreiten. Meine Jungs sehe ich gerne in Sicherheit. Nicht das ich ihnen zu wenig zutraue, vielmehr trau ich dem Rest, der noch in gefährlichen Situationen involviert ist, nicht soviel zu. Das fängt bei unachtsamen Autofahrern an, welche sich einfach nicht an die Regeln halten können. Alleine der Gedanke daran stresst mich und plötzlich ist der Burnout bei Müttern für mich gar kein Wunder mehr.

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Hier am Land läuft alles etwas ruhiger. Man hat genug Möglichkeiten die Kinder einfach laufen zu lassen. Vollkommen frei, ohne größere Gefahr. Wenn wir im Wald unterwegs sind kann ich mich als Mama auf einen Baumstamm setzten und einfach NICHTS tun oder (das süße nichts Tun wird in der heutigen Zeit leider zu oft verkannt). Die kleinen Klonkrieger sind derweil damit beschäftigt die Bäume mit ihren Stöcken zu besiegen. Strategisch plaziert hat man den Überblick über die ganze Szene und kann auch die Kleinen große Runden laufen lassen. Das sind die Momente in denen man seinen Kopf auch einfach mal frei pusten kann oder man widmet sich seinem Hobby. In Ruhe fotografieren zum Beispiel.

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In letzter Zeit habe ich gerade dieses Hobby ein wenig vernächläßigt, was mich immer ein wenig gestört hat. Nicht dass ich in den letzten Jahren keine Fotos gemacht hätte. Allein durch die Näherei und die Präsentation im Internet macht man doch ständig Bilder. Bilder auf denen die Kiddies hübsch zu Recht gemacht wurden, sauber, mit neuen Klamotten und hübsch lächelnd und in Pose geworfen. Vollkommen unnatürlich fürs Landleben eigentlich.

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Die Realität sieht irgendwie anders aus. Wenn wir in den Wald gehen, dann mit dem Wissen, dass wir schmutzig und evt. mit Löchern in der Hose wieder kommen und ich rede hier nicht nur von den Kindern. Jede Nähmutti weiß, dazu opfert man auf keinem Fall den neuen mit viel Hingabe genähten Hoodie.  Hier am Land stört sich aber auch niemand dran, wenn man mal wieder gammelig durch die Gegend läuft. Durchaus darf man so auch mal eben im Lebensmittelgeschäft erscheinen, selten ist man dort allein so gekleidet. Am Ende des Tages erkennt man an der Farbe des T-Shirts und der Knie wie gut der Tag war.

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Diese Realität ist es, von der ich euch gerne in Zukunft auch gerne mehr zeigen möchte, neben dem hübsch zurecht gemachten Nähfotos. Ganz nebenbei möchte ich euch dabei ein wenig mein zu Hause vorstellen und euch zeigen was wir Landeier so machen, um den Tag zu füllen. Und um ein wenig von der wundervollen Welt der Nähfotografie (man sollte hier wirklich über eine neue Spate nachdenken) runter zu kommen und einen Cut zu setzen, konfrontiere ich euch heute mit ganz harten B/W Aufnahmen (dafür schlägt mein Herz und ich mag mich darin üben).

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Also, wie sieht es bei euch aus Stadtmensch oder Landei?

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Ab in den Wald..

Was gibt es schöneres als an heißen Tagen in den Wald zu gehen? Nein, lasst es mich anders ausdrücken. Gibt es überhaupt etwas schöneres als den Wald?

Der Wald, Kurzurlaub für die Seele!

Für mich nicht! Hier verbindet sich alles was mir Freude macht an einem einzigen Fleck. Viel grün, interessante Pflanze, Ruhe, gute Luft und mein überaus ausgeprägter Sammel und Jagdtrieb kommt hier voll auf seine Kosten.

Ja, ich bin ein Sammler! Das war ich schon immer, schon als Kind. Mich im Wald herumtreiben und nach Eßbarem oder Dekorativem zu suchen war wohl das größte was meine Eltern mit mir machen konnten. Von Steinen, Zapfen, Eicheln bis hin zu Beeren und Pilzen war ich für alles offen. Und wenn man einen solchen Trieb erstmal in sich hat, wird man ihn auch nicht so schnell wieder los.

So zieht es mich gerade um diese Jahreszeit, wenn es kurz zuvor noch geregnet hat und die Gewitterluft noch nachhängt in den Wald. Erst am Sonntag sprang ich von der Couch hoch und verkündete: Ich geh in den Wald! (Das sind die Momente wo mich mein Mann selbst nach 14 Jahren noch seltsam anguckt und wohl nicht ganz versteht WAS er hier geheiratet hat).

Mit kommen darf, wer fußfit ist!

Hier bin ich auch nicht wählerisch, mitkommen darf wer möchte und fussfit ist, im Notfall geh ich aber auch alleine. Bewaffnet mit Handy (nein ich, ich sammle keine Pokemon… App für Pilze und Beeren), Messer, Korb und Kamera. Am Sonntag also gut bewaffnet, mutterseelen allein in den Wald spaziert. Es gibt da so gewisse Plätze, an denen man um diese Zeit bereits die ersten Pfifferlinge finden kann.

 

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Dieses Wochenende allerdings waren es die Heidelbeeren, welche Hochsaison hatten. Und man mag über diesen Sommer ja sagen was man möchte, die Heidelbeeren lieben ihn. Wohin man auch sieht, alle Sträucher sind voll. Und ein kleines Schälchen für meinen Joghurt musste einfach mitkommen. Wer Heidelbeeren pflückt darf im übrigen nicht eitel sein, die Dinger färben wie blöd.

 

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Ein einsamer Perlpilz der seine beste Zeit hinter sich zu haben scheint war auch anzutreffen. Ein sicheres Zeichen dafür, dass es nun langsam los geht mit der Pilzsaison.

 

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Auch die Mohrenkopfmilchlinge (darf man die heute noch so nennen? Lactarius lignyotus) waren in großen Gruppen anzutreffen. Auch hiervon gab es nur ein Foto, denn mein Korb war bereits voll mit Pfifferlingen von meiner besagten Lieblingsfundstelle.

 

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Mein oberstes Gebot beim Sammeln lautet im übrigen, nimm nur mit, was du direkt essen kannst. Manchmal fällt es schwer ein paar Schönheiten stehen zu lassen, aber ich bin kein Freund von eingefrorenen Pilzen und der Mensch lebt nicht nur vom Pilz allein. Gut der Steinpilz bildet hier wohl die Ausnahme, dieser macht sich getrocknet doch sehr gut. Allerdings ist er in meiner Region nicht ganz so oft vertreten.

Mit solch einem Hobby läßt es sich auch den eher regnerischen Sommer gut überstehen. Denn eigentlich wünsche ich mir in Anbetracht dieser Leckereien das ein oder andere nächtliche Gewitter herbei, damit sie wieder von vorne beginnen kann, die Jagd nach den lecker Waldschätzen.

 

 

Stricken

Sommerzeit ist Strickzeit!

WAS? Ihr denkt nun sicher, die Alte wieder, die hat sie ja nicht alle. Und womöglich habt ihr auch noch recht. Aber Fakt ist, immer wieder im Sommer wird es hier „wolllüstig“. Ja, ich hänge dann an der Nadel (also an einer anderen als sonst so). Nennt mich verrückt, aber im Sommer stricke ich. Wintersocken in erster Linie (ja das ist einfach irre). Denn die kluge Frau sorgt vor. Und sind die kalten Tage erst gekommen und die Füßchen kalt gefroren, dann ist es zu SPÄT!

Ok, ich gestehe. Dies hat alles einen sehr praktischen Hintergrund. Den stricken kann man ganz wunderbar auf der Terrasse, im Bikini, neben dem Planschbecken der Kinder. Lesen wäre auch eine Möglichkeit! Aber ich weiß nicht, ob es euch auch so geht. Ich lese gerne Bücher mit INHALT und wenn ich einen Satz 3x lesen muss weg „Mama, guck mal!“, „Mama, ich hab Durst!“, „Mama, mein kleiner Bruder nervt wieder!“, „Mama, Mama, Mama….!“ WAAAAAAS! (oh da hab ich mich wohl was zu tief rein versetzt…)

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Also, nochmal! Lesen neben Kindern ist fast unmöglich, außer man liest Groschenromane (wobei ich auch das nicht zu 100% bestädigen kann, da mir sowas noch nie in die Finger kam. Buchtips hierzu gerne als Kommentar). Also, ich stricke! Und damit es nicht nur Socken sind, dachte ich mir, strick doch mal was Hübsches für die Ladenleine (das ist eine im Schaufenster hängende Wäscheleine, auf der ich so allerhand Hübsches zu zeigen und verkaufen habe. Nett sieht das aus!).

Und momentan hab ich mich für ein kleines Babyteilchen entschieden. Rückenteil ist fertig, Vorderteil begonnen. Die Wolle ist weich und kuschelig (Lana Grossa, ja das ist Wolle sag ich euch *schmacht* gekauft im Laden nebenan. Wer sich jetzt also fragt, was das für eine Ecke ist in Wiehl, kreativ sind wir da).

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Und, wie sieht es bei euch aus, womit vertreibt ihr euch im Sommer so die Zeit? (Das fertige Teilchen zeig ich euch demnächst, evt. auf der Ladenleine…)